„Wenn ich ans Ehrenamt denke, denke ich an Friedel Bachmann!“



Es gibt Menschen, die eine besondere Aura besitzen, deren Motivation einen staunen lässt und denen man das Alter nicht abnimmt. Friedel Bachmann feierte  Ende März ihren 90. Geburtstag. Sie ist seit 32 Jahren ehrenamtlich im St. Josefshaus tätig – mit viel Sport, Spiel und Spaß.



„Wir haben mit allen Bewohnern ein Ständchen für sie gesungen und haben ihr Pralinen und Blümchen überreicht“, sagt Stefanie Schneider, Leiterin des Sozialen Dienstes im St. Josefshaus. Bachmann ist weit länger als sie im Haus, kam doch ihre alte Tante vor nunmehr 32 Jahren hier an. Friedel Bachmann freute sich über den Platz und haderte zugleich mit ihrem Gewissen, die alte Dame zurückzulassen. Also fragte sie nach einer Möglichkeit, sich zu engagieren. „Wir suchen immer Leute für Spaziergänge, die vorlesen, singen, basteln“, sagte man ihr damals – Bachmann entschied sich für das, was sie seit ihrer Kindheit mit Leidenschaft tat: das Turnen. Seitdem gibt es im St. Josefshaus an jedem Montag eine Turnstunde mit den Bewohnerinnen und Bewohnern.



Man sieht der nun 90-Jährigen an, dass sie zeitlebens sportlich war. Immerhin: Im TV Durchholz1919 e.V. war sie Übungsleiterin, leitete zahllose Gruppen und blieb ihrem Hobby – gemeinsam mit ihrem Ehemann – ein Leben lang treu. „Mein Köpfchen ist bis heute noch ziemlich gut, aber nach der Hüft-OP kann ich nicht mehr so gut laufen wie früher“, erzählt sie. „Aber im Sitzen machen wir noch alle Übungen gemeinsam.“ Genau so sieht es dann montags aus: ein Kreis aus Stühlen und Rollstühlen und viel Bewegung, kleine Scherze, gute Laune.



Bis heute ist sie mit ihrem Mann im Sportverein tätig, eine Wassergymnastikgruppe begleitet sie obendrein – ein gemeinsames Leben im Ehrenamt. Und: Die ehemalige Kauffrau hat zum Einstieg in ihren Ruhestand sogar noch 10 Jahre Essen auf Rädern unterstützt. „Ich kann auch hierzu im Rückblick nur sagen: Das war ebenfalls eine sehr besondere Zeit.“ 



Und so fährt sie jeden Montag mit ihrem Auto ganz souverän ins Josefshaus, steigt aus und bereitet sich auf den Senior:innen-Sport vor. Um sie herum Bewohner, die oftmals sogar jünger sind als sie selbst. „“Es sind ganz viele dabei, die ich noch von früher kenne und die manchmal schon seit Jahren hier leben, das ist schon ein komisches Gefühl.“
 
Jeder weiß, wie wertvoll Sport im Leben ist, für den Körper und für den Geist. Die wenigstens sind konsequent. Friedel Bachmann war es ein Leben lang. Wir sind so glücklich darüber, dass sie uns solange die Treue hält und unsere Bewohnerinnen und Bewohner sportlich antreibt. Dass sie zudem noch viele Ehrenamtliche aus ihrem Sportverein als Unterstützung ins Josefshaus bringt, kommt noch hinzu. Friedel Bachmann ist ein Segen fürs Haus und für seine Bewohner. Danke, dass Du da bist!

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