Oktoberfest unter freiem Himmel

Am 30. September passte sich sogar der Himmel dem St. Josefshaus an: Zwischen weißen Wolken öffnete sich immer wieder kräftiges Blau und machte aus dem geplanten Fest auf den Wohnbereichen kurzerhand einen großen Nachmittag im Freien. Und so feierten rund 60 Bewohnerinnen und Bewohner draußen an blau-weiß geschmückten Bierzeltgarnituren, gemeinsam mit Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen ihr ganz eigenes Oktoberfest.

„Eigentlich hatten wir alles für ein Fest im Haus vorgesehen“, erzählt Stefanie Schneider, Leiterin des Sozialen Dienstes. Doch als sich der ungewöhnlich freundliche Herbsttag abzeichnete, plante das Team um. Pavillons wurden aufgebaut, Tische dekoriert, das Waffeleisen wanderte nach draußen. Gegen 13.30 Uhr konnte das Fest beginnen.

Solche gemeinsamen Nachmittage gehören im St. Josefshaus bewusst zum Alltag. Feste folgen nicht einfach nur dem Kalender, sondern werden mit einem eigenen Thema, passender Dekoration, Essen und Musik und viel Liebe vorbereitet. Beim Oktoberfest begann das bereits einige Tage vorher: Die Küche servierte während der Woche verschiedene bayerische Gerichte, auch der Speisesaal bekam blau-weißen Schmuck.

Am Festtag selbst gab es frisch gebackene Waffeln und Bier. Für den passenden Klang sorgte Gerd Neuhaus mit seinem Blasorchester. Mit dem „Schneewalzer“, bekannten Schlagern und Klassikern wie „Wenn die Elisabeth nicht so schöne Beine hätt“ dauerte es nicht lange, bis aus Zuhören Bewegung wurde. „Einige Bewohnerinnen und Bewohner sind sogar aus ihren Rollstühlen aufgestanden und haben getanzt. Mit anderen haben wir uns einfach im Rollstuhl zur Musik bewegt“, erzählt Schneider. „Die Stimmung war wirklich richtig gut, der Tanznachmittag ging bis 16.00 Uhr – durchgehend.“

Zwischendurch war Köpfchen gefragt: Beim Herbstquiz ging es um den Titel der Herbstkönigin und des Herbstkönigs. Doch während sich bei den Frauen schnell zwei starke Kandidatinnen abzeichneten, blieben die Männer diesmal etwas hinter dem Spitzenfeld zurück. Also wurde kurzerhand umdisponiert – und am Ende gab es statt eines Königspaars zwei Herbstköniginnen.

Gerade draußen bekam der Nachmittag eine besondere Dynamik. Es gab mehr Platz als im Mehrzwecksaal, die Musik konnte sich entfalten, Menschen kamen leichter miteinander ins Gespräch. Vereinzelt schauten auch Angehörige vorbei. Im Mittelpunkt standen jedoch die Bewohnerinnen und Bewohner und ein Nachmittag, den das Team mit viel Vorbereitung bewusst aus dem Alltag heraushob.

Bereits im vergangenen Jahr hatte das St. Josefshaus wieder ein Oktoberfest gefeiert. Entscheidend ist für Schneider, dass ein solches Motto auch stimmig umgesetzt wird. „Wenn wir so ein Fest feiern, muss das einfach zusammenpassen.“ Und diesmal passte tatsächlich alles – bis hin zum Wetter. 24 Stunden später wäre aus dem Oktoberfest unter freiem Himmel wohl nichts geworden. Da regnete es wie aus Kübeln. Glück gehabt.

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